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Carpeberlin - Being a visitor - not a tourist

Montag, 21. Juli 2008 19:02 • 

Von: Giuseppe Profumo

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Bohmische Häuser

Neukölln: Wie man sich bettet

Wie immer: Schlafen sollte man in einer Stadt wie Berlin am ehesten in der Nähe der Orte, an denen man auch ausgeht, sonst hat man danach die obligatorische Gelegenheit, erstens Pendlerpauschale zu zahlen und zweitens die Nacht künstlich zu verlängern.

Gedenkt all der armen Brandenburger Seelen, die morgens um fünf aus dem „Speicher“ getorkelt kommen und dann (ab Alex) noch ne Stunde mit der Regionalbahn 6 nach Vehlefanz (das heißt so) brauchen, zusammen mit anständigen Bürgern, die dort ihrer geregelten Arbeit nachgehen. Das wünscht man Keinem.  

Wenn Ihr also in Kreuzberg, Schöneberg, Mitte oder eben Neukölln auszugehen gedenkt, dann bietet sich ein Schlafplatz in Neukölln an – der Hermannplatz ist mit den U-Bahnlinien 7 und 8 und den Nachtbussen N47 und N94 nicht nur am Wochenende gut angebunden, und da ihr nachts lieber nicht, leicht betüdelt, umsteigt, wer weiß, wo es sonst wieder hingeht, sucht Euch im Fall der Fälle lieber was Nähergelegenes.

Das Zeitalter der Hostels hat Neukölln noch nicht so durchdrungen wie die anderen Bezirke, aber es gibt einige charmante Unterkünfte, die wir gern empfehlen. Nebenbei bemerkt: Auch hier kann man prima bei privaten Vermietern unterkommen. Dazu einfach einen Blick in die lokalen Magazine „zitty“ oder „tip“ werfen.

Nur hundert Meter vom U-Bahnhof Schönleinstraße (U8) entfernt logiert man individuell und ohne Hostelatmosphäre in der Schokoladenfabrik (http://www.berliner-zimmer.de/default.htm), Schinkestraße 8-9. Großes, altes, aber rücksichtsvoll saniertes Fabrikgebäude, tolles Frühstück von Herbergsmutter Angela de Ridder, bei Bedarf an einem großen Tisch mit den anderen Gästen, Kraft für den Tag und WLan kostenlos. Wer seinen eigenen Rechner nicht mitbringen will, bedient sich (ebenfalls kostenlos) am Gemeinschaftsrechner. Das ist Service wie in einem Hotel, aber ohne das offiziöse Gezwänge. Die Preise sind saisonabhängig und schwanken im Doppelzimmer zwischen 20 und 30 Euro pro Person. Wir meinen: lieber vielleicht eine Molle weniger trinken und den Fünfer in die Etage stecken, denn egal wo man ist, kommt man doch gerne wohin zurück, wo es Spaß macht, sich hinzulegen. Extrem empfehlenswert für Paare und solche, die es werden wollen.

Ganz in der Nähe (Hobrechtstraße 43) steht die Riverside Lodge (http://www.riverside-lodge.de/). Im Winter nur für Gruppen ab acht Personen und für mindestens drei Nächte, eignet sich die Unterkunft auch und vor allem für jene, die Kreuzberggefühl haben wollen, ohne unbedingt in Kreuzberg sein zu müssen. Ohnehin lösen sich die Grenzen ja auf, und zum „Szene“bezirk muß man nur mal schnell über die Brücke. 17 bis 26 Euro pro Nacht plus einmal zweifuffzich für die Bettwäsche muß man berappen und es geht zugegebenerweise nicht ganz so heimelig zu wie in der Schokoladenfabrik, dafür können sich Kaffee-, Tee- und Apfeljunkies rächen, indem sie davon kostenlos so viel nehmen, wie sie wollen. Nicht kostenlos, aber sehr praktisch ist die Möglichkeit, sich ein Rad oder – aufgemerkt – ein Kanu zu mieten. Wozu hat man den Landwehrkanal ums Eck. Und man kann – frühzeitige Anmeldung vorausgesetzt – das ganze Ding mieten.

Verkehrsgünstig für Autofahrer am U-Bahnhof Grenzallee in der Bürgerstraße 29 gelegen, hat man im Bear Inn (http://www.bearinn.de/) die Gelegenheit, ein ganzes Apartment zu mieten. Die Preispolitik ist ein wenig wuschelig, da muß man sich schon selbst umschauen, aber festhalten kann man, daß es pro Person billiger wird, wenn man zu Mehreren anreist. Losgehen tut es ab rund 20 Euro pro Nacht und Person. Schön, schön schlicht, gemütlich, sauber und zweckmäßig geht es zu, man ist schnell dort. Und danach schnell wieder weg.

 

Keywords: Neukölln, Schlafen, Bear Inn, Riverside Lodge, Schokoladenfabrik

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