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Carpeberlin zeigt das Treptower Ehrenmal in Berlin. Es ist Mahnmal, Siegesdenkmal - aber auch ein Friedhof: fast 5.000 der rund 20.000 im Kampf um Berlin gefallenen sowjetischen Soldaten liegen hier.
Dazu Antony Beevor, BERLIN 1945 - Das Ende, S.445: "Schätzungen der beiden größten Berliner Krankenhäuser reichen von 95000 bis 130000 Vergewaltigungsopfern. Ein Arzt kam zu dem Schluss, dass von den etwa 100000 mishandelten Frauen in Berlin etwa 10000 starben. Die meisten begingen Selbstmord. Noch höher soll die Todesrate unter den 1,4 Millionen gewesen sein, die in Ostpreußen, Pommern und Schlesien litten. Insgesamt wurden etwa zwei Millionen deutsche Frauen vergewaltigt - eine beträchtliche Minderheit unter ihnen, vielleicht auch die Mehrheit, nicht nur einmal". Auf S. 453 zitiert Beevor den Chef der DDR Aufklärung, Markus Wolf,wie die Rote Armee die Bevölkerung behandelte: "Unsere Frontowiki haben gewütet", sagte er am 30. Mai(1945). "Alle Frauen vergewaltigt. Die Berliner haben keine Uhren mehr". Die Goebbels-Propaganda hatte schreckliche Furcht vor der Roten Armee verbreitet. "Und dann kamen die Ereignisse, kam die Realität dazu, sodass das Bild der absoluten Mehrheit bei den Deutschen, besonders natürlich bis zur Elbe, sehr, sehr antisowjetisch war."
Klara Zetkin eröffnete als Alterspräsidentin Ende 1932 den letzten Reichstag und rief aus: "Es lebe die Sowjetrepublik Deutschland!" Das war damals dem inneren Frieden nicht gerade förderlich. Das Verhalten der Roten Armee bis Ende 1946 hat wohl Zetkins Traum zunichte gemacht. Dazu Beevor auf S. 448: "Am 3. August, drei Monate nach der Kapitulation von Berlin, musste Schukow noch härtere Maßnahmen gegen "Raub", "körperliche Gewalt" und "skandalöse Vorkommnisse" anordnen. Die sowjetische Propaganda, in der immer noch die "Befreiung von der faschistischen Clique" beschworen wurde, schlug auf ihre Urheber zurück, besonders als selbst Frauen und Töchter deutscher Kommunisten Opfer ihrer "Befreier" wurden."
Wenn Umerziehung und Indoktrination internalisiert, quasi in Fleisch und Blut übergegangen ist, halten sich kollektive masochistische Einstellungen recht lang. Deshalb hat mich das Ritual, das der Autor des Videoclips vom Treptower Ehrenmal beschreibt, nicht überrascht. Was mich als demokratischen Sozialisten trotzdem frustriert, ist die mangelnde Lernfähigkeit - nicht nur der sog. Kommunistischen Plattform - innerhalb der SED-Nachfolgepartei. Ein großer Teil der Berliner im Ostteil der Hauptstadt wird in den Stadtbezirken um das sog. sowjetische Ehrenmal im Treptower Park herum der SPD das Wasser abgraben und bei der Bundestagswahl Die Linke wählen. Bei so viel störrischer Ignoranz der Berliner Geschichte gegenüber kann man nur resignierend feststellen, dass an dem Spruch "Die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber" 'was dran ist. Sie ehren ihn, indem sie seinen fast 45 Jahre treu zu ihm stehenden Erfüllungsgehilfen und Sympathisanten eine politische Plattform ermöglichen. Ich wünschte, ich hätte Unrecht. Leider kann man Besitzern von einem Meter blauen ME-Bänden und deren Kindern "Animal Farm" nicht als Pflichtlektüre vorschreiben. Der aufrechte Sozialist und desillusionierte Spanienkämpfer George Orwell hatte in dieser satirische Fabel schon sehr früh den totalitären und menschenfeindlichen Charakter der Sowjet-Utopie entlarvt. Ehemaligen Blauhemden garantiere ich aber,dass ihnen nach der Lektüre von "Animal Farm" und "1984" die Internationale nicht mehr so inbrünstig über die Lippen kommen wird.
Nach den meisten Veröffentlichungen hat die Sowj. Armee hierbei ca. 200.000 Soldaten verloren, davon ca. 100.000 im Bereich der Oder.
Das Keyword "Relikte der DDR" ist zumindest irreführend. Zum einen handelt es sich hierbei um gesamtdeutsche Geschichte, zum anderen ist das Ehrenmal 1946-49 errichtet worden; die DDR jedoch erst 1949 gegründet worden. Bis 1990 ist es allerdings von dr DRR gepflegt worden.