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Carpeberlin - Being a visitor - not a tourist

Montag, 24. November 2008 16:39 • 

Von: Nicolas Flessa

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Unerhörtes gern gehört

Unerhört Friedrichshain

Im kleinen hoerspur-Verlag erschien die überaus hörenswerte CD "Unerhörte Stadtgeschichte - Berlin-Friedrichshain" mit einer Fülle von Erzählungen und Tips rund um den beliebten Kiez zwischen Karl-Marx-Allee und Oberbaumbrücke. CarpeBerlin hat reingehört.

 

 

 

Reisender, kommst Du nach Friedrichshain...
Wen es heute in das ehemalige Arbeiterviertel zieht, das den Namen des berühmtesten Preußenkönigs trägt, den zieht es meist in die angesagte Flaniermeile des Dichters Simon Dach. In Bars und Cafés, auf Flohmärkten und Konzerten treffen sich Berliner, Neu-Berliner und Berliner auf Zeit, um einander zu erzählen, zuzuhören und zu sehen, was gerade angesagt ist in einem der jüngsten Bezirke der Stadt. Träume und Pläne stolpern hier über Aussteiger und alternative Lebensmodelle. All das hat Tradition in Friedrichshain, wie uns eine spannende Hörbuch-Produktion wissen lässt.

Doreen Welke und Stephan Hutter haben ein kleines Meisterwerk gefertigt: Unerhörte Stadtgeschichten haben sie es genannt, und der Titel trägt doch zugleich die Hoffnung in sich, sie mögen sich Gehör verschaffen. Und so stehen die beiden ambitionierten Autoren und Produzenten jeden Samstag auf dem Wochenmarkt am Boxhagener Platz, um ihre wohlfeile Ware an den Hörer zu bringen.

Den ersten Teil der Titel bilden historische Exkurse, die sich unter anderem mit dem Bau der Stalinallee, aber vor allem mit der Geschichte der Bewohner dieses wehrhaften Bezirks auseinandersetzen. So erinnert sich Boxi's „letzter alter Baum“ an die Proteste der Friedrichshainer Frauen im Ersten Weltkrieg, als die Preise explodierten, und je ein Kapitel setzt sich mit dem Aufstand der Arbeiter 1953 und mit den „Brennenden Barrikaden“ in der Mainzer Straße auseinander, als Hausbesetzer den rot-grünen Senat in die Knie zwangen.

Der zweite und der dritte Teil orientieren sich weniger an historischen als vielmehr an topaktuellen Bedürfnissen der Friedrichshainfans: In „Shopping“ und „Essen & Trinken“ erfährt der Hörer von zartbitteren Prachtmädchen und anderen Platzhirschen, die sich in Männerläden lesen lassen können, bevor sie, zu einem Schlückchen Hundertwasser, in schneeweiße Dachkammern versunken von Babel und Himmelreichen träumen.

Den Machern dieser CD ist es zu verdanken, dass aus Hörern in den nächsten Wochen auch Leser werden können. Passend zur Vorweihnachtszeit präsentiert CarpeBerlin ab dieser Woche die besten „unerhörten Stadtgeschichten" in einer kleinen eigenen Reihe.

Und wer auf den Geschmack kommen sollte, wird am Ende vielleicht vom Leser zum Hörer. Die stimmungsvolle Musik von Steven Schwarz, mit der die Geschichten auf der CD angereichert sind, lohnt ein Hören allemal.

Informationen zu den "Unerhörten Stadtgeschichten" finden sich auf der Homepage des Verlags: www.hoerspur.com.

Drei Hörbeispiele (Einleitung, Gladow-Bande, Shopping) finden sich hier:




Keywords: Hörbuch,stadtgeschichte,architektur,aufstand,revolution,hausbesetzer
Martin, 17-03-09 18:40:
Au - das ist ja schlechte Comedy. Warum kann man das nicht mit professionellen Sprechern produzieren?
Angesprochen fühle ich mich durch diese "Märchenerzähler" nicht. Das hat Friedrichshain nicht verdient! Schade drum!
Dabei gibt es doch Friedrichshainer Tonstudios...

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