Betten in Kreuzberg
Wie man sich bettet, so liegt man. CarpeBerlin empfiehlt Übernachtungsmöglichkeiten im Kreuzberg für große und kleinere Geldbeutel.
Wie bei den anderen Bezirken dieser Rubrik auch werden wir euch hier einige Übernachtungsmöglichkeiten nennen, möchten Euch aber nicht vorenthalten, daß es in Berlin private Zimmervermietung gibt, die authentisches Wohnen für kurze Zeit anbieten. Diese Privatleute inserieren meist in den beiden größten Stadtmagazinen „Tip“ und „Zitty“. Um den bösen alten Schlager zu bemühen: Kreuzberger Nächte sind lang. Warum hier dann überhaupt schlafen? Nun, wer kein Gepäck hat, macht im Sommer eben durch und schaut dann mal. Alle anderen möchten wenigstens tagsüber ein Dach (und eine Decke) über dem Kopf. Das in letzter Zeit weniger berechenbare Wetter tut seinen Teil dazu. Schlaft jetzt, Kinder. Auf der einen Seite der Skala und des Bezirks, zwischen dem S-Bahnhof Yorckstraße und dem U-Bahnhof Mehringdamm, stehen schicke Unterkünfte zur Verfügung. Wer es sich leisten mag, macht sich stilvoll in Riehmers Hofgarten , Yorckstraße 83, breit. Das kostet, und zwar zwischen 65 und 110 Euro pro Person und Nacht, die Mehrausgabe wird aber reich belohnt. Man wohnt in einem der besterhaltenen und liebevoll restaurierten Ensembles der frühen Gründerzeit, mit für diesen Preis fantastischem Service. Wer seine Kröten woanders loswerden will, sollte mindestens mal durch die Höfe laufen, des Gefühls wegen. In der Großbeerenstraße 64 ist es einfacher und dennoch nicht sehr herbergig. Die Pension Kreuzberg verlangt abhängig von Komfort und Belegung zwischen 24 und 60 Euro pro Nacht, Frühstück inbegriffen. Mit dem Verkehr rauscht man schnell überall hin, auch viele Museen sind zu Fuß gut zu erreichen. Zurück kommt man auch nachts immer, Bussen und Bahn sei Dank.
Für Musiker (und solche, die es werden wollen oder eben Leute, die manchmal Musik hören und gern Musiker treffen würden, um an den zart nach Bier duftenden Brüsten ihres aufregenden Lebensstils zu saugen), aber bestimmt nicht für Musikanten bietet die Rock’n’roll - Herberge in der Muskauer Straße 11 Zimmer zu Preisen um die dreißig Euro (zu zweien wird’s billiger, wenigstens was die Übernachtung angeht: nehmt euch also ein Doppelzimmer und ihr habt noch Platz genug, um euch was Schönes mit raufzunehmen). Hier kann man auch mindestens siebenmal herkommen, ohne sich ans Interieur zu gewöhnen, denn jedes Zimmer sieht anders aus, individuell gestaltet von Kreuzberger Künstlern. Darauf deuten auch die selbstverliehenen sieben Sterne hin. Kann also sein, daß sie ausgebucht ist, dann geht man trotzdem hin, denn auch unten ist für Bargäste oft Programm, und vor vier Uhr morgens kommt hier keiner raus. Dann fällt man dreimal um und ist schon am Görlitzer Bahnhof (U 1).
In dessen Laufweite befindet sich auch das Hostel der Regenbogenfabrik (Lausitzer Straße 22). Ruhiger, kinderfreundlich, und das bei saisonunabhängigen Preisen ab 10 Euro (Frühstück kost’ nen Dreier extra). Fast eine Insel der alten Kreuzberger Kultur mit leichtem Freiburger Flair: Café, Kantine, Kino und ein Fahrradverleih (sinnigerweise gleich mit Werkstatt), da fällt die Abreise schwer.
Berlinischer, großstädtischer und doch historisch korrekt geht es im Hotel „Die Fabrik“ in der Schlesischen Straße 18 (U 1 Schlesisches Tor) zu. Früher wurden hier Telefone gebaut, heute stellen die Gäste selbst den Kontakt untereinander her. Das zumeist junge, oft freudig erregte Publikum genießt den Luxus, nicht von Telefon, Glotze oder Minibar abgelenkt zu werden – die Unterhaltung auf der Straße reicht. Dusche auf dem Flur, aber sauber. Je nach Anzahl der Betten im Zimmer muß man wenigstens 18 bis 38 Euro berappen, wird vom Loftgefühl belohnt und hat direkt ums Eck alles, was das Neue 36 kennzeichnet.
Text: Giuseppe Profumo
Gelesen von: Manfred Fenner
Länge: 5:05 minutes (4.66 MB)
Format: MP3 Stereo 44kHz 128Kps (CBR)
































