Hendrik in Berlin
Hendrik ist 15, kommt aus Dortmund und macht in den Osterferien ein Praktikum in Berlin. Was er in der Hauptstadt erlebt und welche Aufgaben er zu meistern hat, berichtet er uns in seiner Kolumne "Hendrik in Berlin".
Von Hendrik Lemke
Am Freitag war Ausschlafen angesagt, die Bauarbeiter waren wirklich nicht gekommen. Gut so. Dafür war das Wetter wirklich sehr besch...eiden, es regnete und hagelte in einer Tour! Ich beschloss meine Texte zu schreiben, weil ich diese in der letzten Zeit vernachlässigt hatte. So ging der Tag dann auch sehr schnell vorbei und am Abend sind Jule und ich dann in das Kino in der Kulturbrauerei gegangen, wo wir uns den Film „Die Welle“ angesehen haben, der mir sehr gut gefallen hat, da er sehr gut gemacht ist und auf einer wahren Begebenheit beruht. Der Film handelt von einem Lehrer (Jürgen Vogel), der seinen Schülern anhand eines Versuchs demonstrieren möchte, dass eine Diktatur heute noch möglich ist, doch leider zieht er zu spät die Notbremse und muss dafür die Konsequenzen tragen. Nach dem Kino sind wir noch ein bisschen herum spaziert und haben gemerkt, wie voll es war. Alle Kneipen waren proppenvoll mit Ostertouristen, doch schließlich fanden wir noch einen Platz in einer etwas abseits gelegenen Bar, in der wir dann den Abend ausklingen ließen.
Am Samstag hab ich wieder ausgeschlafen und ganz in Ruhe gefrühstückt. Den Tag ging ich ganz locker an und am frühen Nachmittag bin ich nach Berlin-Mitte gefahren um mich dort einmal in aller Ruhe umzusehen und ganz viele Fotos zu machen. Und das alles bei einem richtigen Sauwetter, es hat sehr viel geregnet und als dann mal für ein paar Minuten die Sonne raus gekommen ist, war das keine richtig gute Entschädigung. Nachdem ich eine Menge Sehenswürdigkeiten abgelichtet habe (Alexanderplatz, Fernsehturm, Weltzeituhr, Neptunbrunnen, Marx und Engels Denkmal, das Gerippe vom Palast der Republik, das rote Rathaus, die Museumsinsel, den Gendarmenmarkt, usw.) bin ich dann noch einmal zurück zum McDonald's am U-Bahnhof „Frankfurter Tor“, um ein paar Fotos von den Toiletten zu machen, doch zuerst ist mir wieder meine Lieblingsverkäuferin, die ich fast nicht erkannt hatte, aufgefallen, die heute echt gut drauf zu sein schien. Das könnte vor allem daran liegen, dass sie in einem Ganzkörper-Hasenkostüm hinter der Theke herum hoppelte und Bestellungen aufnahm, leider auch mal wieder meine. Leider deswegen, weil ich mich wirklich so zusammenreißen musste um nicht lauthals loszulachen. Als ich mir dann beim essen überlegte, dass ich das einfach fotografieren muss, weil das wirklich jeder einmal gesehen haben sollte, war von dem niedlichen Hoppel-Hasen dann leider nichts mehr zu sehen, was ich sehr schade fand. Aber so musste ich mich halt mit den Toiletten abfinden, die frisch mit Papierhandtüchern ausgestattet waren, sodass man nicht den Helikopter starten musste. Dafür waren in jede Toilette zigtausend Tonnen Toilettenpapier rein geworfen worden, sodass diese schon überquollen, genauso wie der Papierkorb, der neben dem Waschbecken stand. Als ich dann meine Fotos geschossen hatte, bin ich am späten Nachmittag wieder gut durchnässt zurück gefahren. Den Abend habe ich in aller Ruhe vorm Fernseher verbracht.


Am Ostersonntag wurde ich wieder einmal geweckt, diesmal von einem kleinen Kind, dass 10 Minuten lang immer wieder „Oma“ rufen musste, bis die Oma, die direkt neben dem kleinen Mädchen stand, sagte sie solle doch bitte nicht so einen Lärm machen. Danach rief das Kind 5 Minuten lang nur noch „Mama“. Nach einem sehr ausführlichem Frühstück, bei dem es sogar geschneit hat, habe ich noch ein bisschen an meinen Texten weitergearbeitet und bin dann am Nachmittag nach Berlin-Neukölln zum Hermannplatz gefahren, um dort mit Jürgen, einem Fotografen, der auch oft für carpeberlin Fotos macht, im M29 eine Fahrt mitzuerleben und daraus eine kleine Reportage zu schreiben. Der Metrobus 29 fährt von Neukölln, über Kreuzberg bis in den Grunewald.




Nach dieser Fahrt bei schönsten Sonnenschein (vom Schnee von heute morgen war weit und breit nichts mehr zu sehen) sind wir mit Jule in die Fussballkneipe „Wiener Blut“ in Kreuzberg gegangen, welche am Görlitzer Bahnhof gegenüber der Feuerwehr liegt. Dort haben wir uns Hertha gegen Schalke und Bielefeld gegen Bremen angesehen und sind danach noch durch ein paar andere Kneipen gezogen, u.a. die „Milchbar“ (BVB-Fußballkneipe) und das „Kuschlowski“ in Neukölln.

Fotos © Hendrik Lemke
Keywords: Hendrik, Hendrik Lemke, Kuschlowski, M29, Milchbar, Praktikum, Schülerpraktikum, Wiener Blut, Mitte, Berlin-Mitte































