Hendrik in Berlin
Hendrik ist 15, kommt aus Dortmund und macht in den Osterferien ein Praktikum in Berlin. Was er in der Hauptstadt erlebt und welche Aufgaben er zu meistern hat, berichtet er uns in seiner Kolumne "Hendrik in Berlin".
Von Hendrik Lemke
Der Donnerstag war eher gemütlich, ich habe schön ausgeschlafen und in aller Ruhe gefrühstückt. Danach haben ich an meinen Texten, insbesondere an der Reportage über Berlin-Marzahn, gearbeitet und viele Fotos durchgesehen, die ich dort geschossen habe.
Am Abend hat uns Erich zu sich nach Hause zum Essen eingeladen und so sind wir mit der Ringbahn eine Station bis zum Ostkreuz gefahren, um dann nach einem kurzem Fußmarsch in seiner Wohnung in der Stralauer Allee mit einem tollen Blick auf den Osthafen, anzukommen. Auf dem Rückweg sind wir am MTV- und VIVA-Gebäude vorbeigegangen und haben die Spree über die Elsenbrücke überquert. Von dort kann man die Skulptur „Molecular Men“ besonders gut sehen. Im Hintergrund ist die Oberbaumbrücke zu erahnen. Von der S-Bahnstation „Treptower Park“ haben wir die Ringbahn genommen, um wieder nach Hause zu fahren.
Am Freitag wurde ich wieder pünktlich von der Bauarbeiter-Crew geweckt, habe aber versucht weiter zu schlafen, was mir auch mehr oder weniger gut gelungen ist. Danach habe ich von zu Hause aus ein bisschen gearbeitet, Texte geschrieben, sie überarbeitet und online gestellt. Gegen vierzehn Uhr bin ich ins Büro gefahren und das bei Sonne und angenehmen Temperaturen, keine Spur mehr vom Schnee der letzten Tage. Im Büro habe ich weiter Texte online gestellt und Fotos sortiert und von meinem PC auf den carpeberlin-Server geladen. Am Abend sind Jule und ich mit der U-Bahn (Linie 1) nach Kreuzberg gefahren. Als wir an der Warschauer Straße einsteigen wollten, mussten wir uns erst an einem Typen vorbei quetschen, der sich direkt in der Eingangstür einen Joint drehen musste. Am Görlitzer Bahnhof sind wir in die Buslinie M29 umgestiegen, mussten jedoch erstmal eine Viertelstunde warten, da ein Bus ausgefallen war. Nachdem wir drei Stationen gefahren sind, mussten wir nicht mehr weit laufen, um endlich vor unserem Ziel zu stehen: die Pizzeria „Trattoria Venezia“ in der Liegnitzer Straße. Hier gibt es -höchstwahrscheinlich- die größten Pizzen von ganz Berlin und die Besten dazu! Leider wussten dass auch schon ein paar Leute vor uns und so war der Laden rappelvoll. Wir haben uns zwischen ein paar andere Leute gesetzt und bekamen mit, wie sie sich darüber unterhielten wie männlich bzw. weiblich ihre Freunde sind und die Frau dann zum Mann sagte: „Du bist aber auch sehr weiblich!“. Als unsere Riesenpizza gebracht wurde, unterbrachen sie ihre Unterhaltung und meinten zu uns: „Na dann zeigt mal, was ihr könnt!“. Sie selber hatten nämlich ihre Pizza nicht ganz geschafft. Links von uns setze sich, nachdem eine Großfamilie mit Kind im Kinderwagen, Mama, Oma und Uroma den Platz frei gemacht hatten, eine 5köpfige Truppe, von der ein Mann mit einer übergroßen schwarzen Brille ständig herumnörgelte. Schließlich haben wir unsere Pizza ganz (!!!) aufgegessen und sind über den Landwehrkanal nach Neukölln gegangen, um einen Absacker zu trinken.
Die Bar „Raumfahrer“ in der Hobrechtstraße war ähnlich voll mit Leuten, aber auch super gemütlich.
Auf dem Rückweg trafen wir in der Ringbahn auf eine große Gruppe deutscher Studenten, die mit viel Alkohol, Trichter und Schlauch ausgestattet war. Sie grölten und sangen in der Bahn herum, das einzig Beruhigende war, dass zwei Sicherheitsleute von der DB auch noch im Zug mitfuhren und die Gruppe im Auge behielten...
































