Flohmarkt in Friedrichshain
Im Friedrichshainer Kiez kommt am Sonntagvormittag um diesen Trödel niemand herum. Der Basar rund um den Boxhagener Platz hat Straßenfestcharakter.
Die legendären „Ohrbooten“ wurden hier mit ihrer jazzigen Ragga-Hip-Hop-Straßenmusik bekannt. Auf dem Markt selbst fällt die Neo-Hippie-Attitüde, die man mit dem Friedrichshain immer verbindet, sehr deutlich auf. Räucherstäbchen- oder Patchouli-Düfte wehen zwischen den Ständen, „Der kleine Prinz“ findet man in allen möglichen Ausgaben, desgleichen bekannte Hermann-Hesse-Titel oder die notorische „Kunst des Liebens“ von Erich Fromm, keine Übertreibung.
Studentinnen mit verfilzten Haaren verkaufen ihre Batik-Experimente, daneben haben wir dann wieder einen Händler, der Taschenbücher aus seinem modernen Antiquariat zu noch mal herabgesetzten Preisen losschlägt. Dazwischen: Mitdreissiger, die das bei Ikea gekaufte Geschirr aus der ersten eigenen Wohnung und unschön gealterte CDs mit den Top-Dance-Acts des Jahres 1992 zum Kauf anbieten. Hoffnungslos wahrscheinlich, aber rührend: vielleicht ist es das, was den Flohmarkt-Charme ausmacht. Die Preise auf dem „Boxi“ sind moderat, nützliches findet sich ebenso wie exzentrisches, die ganz großen Kostbarkeiten sind aller Erfahrung nach weniger zu finden.
Keywords: Boxhagener Platz, Flohmarkt, Friedrichshain































