Die CARPE Theaterkritik: Requiem
Requiem (Regie: Sebastian Baumgarten mit Musik von W. A. Mozart und Texten von A. Petras/J. Kauenhowen, zu sehen in der Komischen Oper Berlin)
In einer Gesellschaft jenseits einer funktionierenden „ars moriendi“ werden der Tod schon mal zum Willy, die Hölle zur U-Bahnstation und der Sarg zur Peace-Box, natürlich im praktischen Ikea-Faltformat. Sterben, nicht der Tod wird zum Gegenstand der Qual, was die beeindruckende Verschränkung des Mozartschen Requiems mit der postmodernen „Schlangengrube“ von Petras/Kauenhowen belegt. Die qualitätvollen und wirksam eingesetzten Videoprojektionen stehlen – gemeinsam mit der Musik – dem gespielten Stück zuweilen die Schau. Unbedingt sehenswert: Irm Hermann als letztes Patenkind des Kaisers und ein Chor, der sich in Sebastian Baumgartens einprägsamen Bühnenbildern auf die Erzeugung von Gänsehaut spezialisiert hat.
Was? Requiem (Totenmesse/In der Schlangengrube)
Von wem? Wolfgang Amadeus Mozart (Musik), Armin Petras/Jan Kauenhowen (Text)
Mit wem? Kathrin Angerer, Irm Hermann, Hendrik Arnst, Herbert Fritsch (Spiel) und Brigitte Geller, Elisabeth Starzinger, Peter Lodahl, Dimitry Ivashchenko (Spiel und Gesang)
Wann? 08.10., 13.10., 17.10., 01.11., 04.11., 16.11., 22.11., 04.12., 12.12., 14.12.2008
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