Babylon-Mythos und Wahrheit
Pergamonmuseum- 26.06.08-05.10.08
Wer kennt nicht die Legende des Turmbau zu Babels? Wer hat nicht schon Mal von Nebukadnezar gehört? Und wer weiß nicht, dass die berühmten hängenden Gärten der Semiramis in Babylon zu den sieben Weltwundern gehören?
Wie kaum eine andere Stadt ruft Babel, die Stadt die schon in der Bibel als „Mutter aller Hurerei, und aller Greuel auf Erden“ bezeichnet wurde, zahlreiche Assoziationen hervor. Der Turmbau zu Babel und die babylonische Sprachverwirrung gehören zu den bekanntesten biblischen Erzählungen. Auch Nebukadnezar, der bedeutendste König Babylons, spielt eine wichtige Rolle in der hebräischen Bibel. Ein gottloser Tyrann soll er gewesen sein, sodass zu unserer Zeit Saddam Hussein häufig mit ihm gleichgesetzt wurde.
Babel verknüpft man mit Unfreiheit, Gewalt, Sünde und Wahn. Aber wer weiß schon, dass die 360° Teilung des Kreises oder die Teilung der Stunde in 60 Minuten aus Babylonien stammen?
„Kein Gott, Kein Turm, Kein König, Keine Hure“, so lauten die Motive der Ausstellung „Babylon“, die bis zum 05.10. im Pergamonmuseum läuft. Denn „Babel war nicht Babylon“- das liest man zumindest an fast jeder Haltestelle in Berlin auf den Plakaten des Pergamonmuseums, das zwei Welten in einer Ausstellung zeigt: den Mythos Babel und die Wahrheit um das antike Babylon. „Mythos“ und „Wahrheit“ sind die zwei Hauptkategorien, in die die Ausstellung Babylon sowohl thematisch als auch räumlich aufgeteilt ist.
WAHRHEIT
Dieser Teil der Ausstellung zeigt, was hinter den Legenden von Babel steckt. Eine Zusammenfassung von 150 Jahren wissenschaftlicher Erforschung des Babylonischen Altertums bietet Einblicke in verschiedene Lebensbereiche der Kulturen am Euphrat und Tigris über den Zeitraum von 3000 Jahren. Für die Dauer der Ausstellung wurde das Vorderasiatische Museum umgebaut; das Ischtar-Tor und die Prozessionsstraße zeigen sich in einem neuen Gewand. In acht Abteilungen werden Themen wie Königtum, Arbeitswelt, Religion, Wissenschaft, Wirtschaft und Alltag behandelt und somit ein Teil der Wurzeln unserer abendländischen Kultur freigelegt.
MYTHOS
Hinter schwarzen Vorhängen verbirgt sich die dunkle Seite der babylonischen Zivilisation und die Reise in diese mythische Welt beginnt mit einer Videoprojektion mit dem Titel „Sprechende Wand“, die eine Masse anonymer sprechender Münder zeigt und die Sprachverwirrung unserer Zeit widerspiegelt. In diesem Teil der Ausstellung erfahren Besucher die Geschichte vom Aufstieg Babylons als Stadt der Sünde, des Wahns, der Sprachverwirrung und der Tyrannei. Hier wird nicht die historische Wahrheit über Babylon erzählt, sondern der Mythos Babel mit seinen dunkelsten Seiten.
Mit dieser Ausstellung werden erstmals die babylonischen Schätze aus den Universalmuseen der Welt in einer Ausstellung gemeinsam präsentiert. Zusammen mit dem Musée du Louvre, der Réunion des musées nationaux in Paris und des British Museum in London gelingt es den staatlichen Museen zu Berlin die Hintergründe der geschichtlichen Wahrheit und der Mythen über das antike Babylon darzustellen und somit etwa 3000 Jahre Geschichte anschaulich zu präsentieren.
Während der Babylon-Ausstellung gelten verlängerte Öffnungszeiten:
So - Mi: 9 - 18 Uhr
Do - Sa: 9 - 22 Uhr
Eintrittspreise
Hauskarte Pergamonmuseum (inklusive Babylon): 12 Euro, ermäßigt 6 Euro Standortkarte Museumsinsel Berlin (mit Sonderausstellung): 15 Euro, ermäßigt 7,50 Euro
Der eintrittsfreie Donnerstagabend in das Pergamonmuseum entfällt für die Dauer der Ausstellung "Babylon. Mythos und Wahrheit".
Eintrittskarten können auch für ein bestimmtes Zeitfenster für den Babylon-Besuch online gesichert werden.
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