„CarpeBerlin" – „nutze Berlin“, mach das Beste daraus – wurde im Januar 2006 von dem blinden Juristen und Übersetzer Erich Thurner als mehrsprachiges Portal für alternative Berlin-Reisende gegründet. Das Motto "being a visitor – not a tourist" ist tragende Maxime des redaktionellen Wirkens dieser Kulturplattform im WorldWideWeb. So soll dem Besucher abseits der Touristenströme und der offensichtlichen Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten ein Blick auf das fassettenreiche Berliner Leben eröffnet werden, auf dass sich dieser als Gast und nicht als Fremder fühlt.
Die multimedialen Informationen sind barrierearm aufbereitet. So bietet "CarpeBerlin" heute u.a. ein umfangreiches Repertoire an kostenlosen AudioGuides, welche speziell für blinde und sehbehinderte Interessierte entwickelt wurden. Berichte, Reportagen, Kritiken sowie Interviews mit Kulturschaffenden und Zeitzeugen, aber auch Video- und Filmbeiträge über die Stadtgeschichte, Politik und Subkultur sind tragende Säulen der umfangreichen Inhalte von "CarpeBerlin".
Erste Zielgruppe des Kulturportals sind die zahlreichen Besucher der Hauptstadt. Ferner bietet "CarpeBerlin" eine interessante Informationsquelle für politisch und/oder kulturell interessierte Berliner.
CarpeBerlin ist bemüht, sich für Einwohner mit Migrationshintergurnd, Menschen mit Behinderung und Homosexuelle einzusetzen.
"CarpeBerlin" berichtet in fünf Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch und Französisch. Die Redaktionen werden von Muttersprachlern unterhalten und gepflegt. Dadurch ist es "CarpeBerlin" möglich, auf die kultur- und sprachspezifischen Besonderheiten und Interessen der einzelnen Sprachgruppen einzugehen.
Weiterreichende Hinweise zu "CarpeBerlin", insbesondere zur Zielsetzung, und Informationen zu den Kooperationspartnern finden Sie im zum Download bereitgestellten Informations-Faltblatt.
Für weitere Informationen, Anregungen oder Fragen: info[at]carpeberlin[dot]com
"AudeBerlin" ist ein interaktives, kontextsensitives, speziell für blinde und sehbehinderte Menschen entwickeltes Spiel für mobile Endgeräte zum Erkunden und Entdecken Berlins. Das Spiel kombiniert das Prinzip einer Schnitzeljagd und das eines Wissens- und Gesellschaftsspiels (z.B. Trivial Pursuit) und bildet dabei die Spielfläche auf den Raum Berlin ab. "AudeBerlin" ermöglicht es, Informationen zu sämtlichen Themen der Plattform "CarpeBerlin" über die Stadt als Hördateien via Smart-Phone am Ort des Interesses automatisch abzurufen.
Eines der Ziele dieses Projektes ist es, zukünftig ein touristisches Leitsystem anbieten zu können, welches sich gleichermaßen an den Bedürfnissen von Fußgängern als auch an den Routen des öffentlichen Nahverkehrs orientiert. Die Audiobeiträge beschreiben ein umfangreiches Repertoire an Örtlichkeiten, sog. POIs (Points Of Interrest). Die Inhalte sind deskriptiv, sowie leicht verständlich produziert; auch zu aktuellen (sub)kulturellen und sozialen Themen. Dieses "Serious Game" soll zum spielerischen, frei und individuell gestaltbaren Entdecken der kulturellen Vielfalt Berlins einladen. Es richtet sich an Reisende, aber auch an Berliner, die ihre Stadt noch besser kennen lernen möchten. Durch seine barrierearme, speziell nonvisuelle Bedienbarkeit und der beschreibende Produktionsstil der Informationen ist "AudeBerlin" auch besonders für blinde und sehbehinderte Menschen geeignet. Zukünftig sollen die Informationen in fünf Sprachen bereitgestellt werden.
Ein Ausblick in die ferne Zukunft eröffnet die Möglichkeit der Einbindung multimedialer Daten, wie beispielsweise von Gebärdensprach-Videos. Darüber hinaus ist die Ergänzung um die Sprachen Türkisch, Polnisch wie auch Arabisch denkbar.
Die innovative technische Forschung und Umsetzung (GPS-Ortung des Standorts, sekundengenaue Übermittlung der Umgebungs-Informationen) wird durch den Kooperationspartner HTW Berlin (Prof. Dr. Jürgen Sieck vom Kompetenzfeld Media, Netze & Mobile Computing) gewährleistet. Neben dieser Kooperation finden derzeit Gespräche mit der BVG (Berliner Verkehrsgesellschaft), der Deutschen Bahn (S-Bahn GmbH Berlin) und dem GDB (Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde) bezüglich einer weiterreichenden Zusammenarbeit statt.
Im Juni 2009 gewinnt die Spieleidee "AudeBerlin" den Sonderpreis des 1. Förderwettbewerb im Rahmen von "Berlin - Made to Create" (Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen im Rahmen ihrer Landesinitiative "Projekt Zukunft" gemeinsam mit der Investitionsbank Berlin): Wettbewerb zur Förderung von Projekten im Bereich Serious Games in der Region Berlin.
Der blinde Gründer und Geschäftsführer von "CarpeBerlin" Erich Thurner initiierte das Spiel "AudeBerlin".
2004 verließ der studierte Jurist und Übersetzer das Saarland und zog nach Berlin. Dort engagierte er sich als "Briefdoktor", half Menschen beim Verfassen von Schriftstücken und begleitete diese zu Ämtern und Behörden.
Im Januar 2006 manifestierte sich die Idee, ein mehrsprachiges Backpacker-Portal für Berlin im Internet zu gründen. Ziel war und ist es, einen Blick auf Sehenswürdigkeiten, insbesondere abseits der ausgetretenen Touristenströme zu wagen und so der besonderen Charakteristik dieser pulsierenden und facettenreichen Stadt gerecht zu werden. Im September 2008 beendete er sein achtjähriges Wirken als Dozent für "englische Rechtsterminologie" an der Universität des Saarlandes und widmete sich voll und ganz der Weiterentwicklung von CarpeBerlin.
Seit September 2008 sitzt Erich Thurner dem gemeinnützigen Verein "Carpe e.V." vor. Im Fokus des Wirkens dieses Vereins liegen der Abbau von alltäglichen Barrieren und die Integration von Menschen mit Behinderung sowie von Migranten.
Weiterführende Informationen zur Person Erich Thurner finden Sie zudem unter: http://www.erich-thurner.de